Dividendeninvestor

Höhere Rendite durch Dividenden

von  
Aaron Israel
July 28, 2022

Warum die Dividende für eine höhere Rendite sorgt

Während die einen Anleger in Aktien mit Dividenden investieren, kaufen andere nur Aktien ohne Dividenden und wieder andere schwören nur auf thesaurierende ETFs. Zweifelsfrei lassen sich die verschiedenen Strategien aus reiner Performance-Sicht vergleichen und beim Ergebnis sind sich viele Experten einig. – Doch in diesem kurzen Artikel soll es nicht um einen rationalen Performance-Vergleich verschiedener Anlagestrategien gehen. Vielmehr möchte ich meine Erfahrungen und Erkenntnisse zum Investieren in Dividendenwerte mit dir teilen!

Maximale Effizienz von der Wirtschaft bis ins Depot

Effizienz spielt im Leben vieler Menschen in Deutschland eine ganz zentrale Rolle und somit auch in der gesamten Wirtschaft. Schaut man sich beispielsweise den Teilbereich des Maschinenbaus an, in dem zahlreiche deutsche Firmen über Jahrzehnte Vorreiter waren, fällt einem meist zuerst die hohe Effizienz ins Auge. Doch auch in Sachen Geldanlage wollen die Deutschen möglichst effizient vorgehen. Das Investieren in Dividendenwerte erscheint allerdings so gar nicht effizient. Denn zunächst einmal werden auf Ausschüttungen 25 Prozent Kapitalertragssteuer fällig. Zusätzlich müssen Anleger, die im Vermögensaufbau sind und noch nicht von ihren Dividenden leben, die Ausschüttungen auch wieder anlegen. Selbst wenn man dabei von dem Mehraufwand absieht, lassen sich die erneuten Transaktionsgebühren oftmals nicht vermeiden. Daher klingt es auch überaus logisch, einfach effizienter vorzugehen und sein Geld direkt in einen thesaurierenden ETF anzulegen. So empfehlen es auch Finanzexperten, wie Dr. Gerd Kommer in viel verkauften Büchern wie *„Souverän investieren mit Indexfonds & ETFs“. Dieser Rat ist auch nicht falsch und macht rational gesehen sogar jede Menge Sinn. Doch meiner Erfahrung nach trifft die zugrundeliegende Annahme des komplett rationalen Anlegers, sprich des Homo Oeconomicus, leider nicht auf den Großteil der Aktionäre zu.

Unterdurchschnittliche Renditen soweit das Auge reicht

Weltweit lassen sich nicht nur überzogene Renditeerwartungen, sondern auch unterdurchschnittliche Renditen beobachten (mehr dazu im Artikel „Realistische Aktienrenditen). Vergleicht man die Rendite von Privataktionären mit der Marktrendite, schneiden die privaten Anleger oftmals sehr schlecht ab. Während langfristig denkende und handelnde Investoren ihre Werte auch in Bärenmärkten halten, verkaufen kurzfristig denkende Anleger ihre Werte, sobald es an der Börse schlecht läuft. Die Zahl der Aktionäre in Deutschland schwankt also mit der Marktbewegung, was ein großes Problem für gute Renditen darstellt. Denn die Rendite der Privatanleger ist vor allem deshalb so schlecht, da viele die Börse verlassen, wenn die Kurse fallen. Demnach ist die größte Gefahr für die Rendite meistens der Aktionär selbst bzw. sein eigenes irrationales Verhalten. Dass diese Tendenzen leider auch bei eher finanziell gebildeten Anlegern zu finden sind, hat mir kürzlich eine Umfrage auf meinem Instagram-Account (@homooeconomicuss) gezeigt. Denn dort gaben etwa 8 Prozent der Befragten an, bereits nach etwa einem halben Jahr Bärenmarkt über das Verkaufen nachzudenken. Ganz nach dem Motto: „Bloß nicht noch mehr verlieren und schnell die Verluste begrenzen, bevor vielleicht bald alles weg ist!“ Daran sieht man, dass die Geldanlage offenbar doch emotionaler ist als viele denken.

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Ein Beispiel dafür, dass Menschen nur selten rational mit Geld umgehen

Die durchgeführte Rentenreform 2021 in Estland, bei der die estnische Regierung die Träume vieler deutscher Privatanleger wahr machte, ist ein gutes Beispiel. Denn die estnischen Bürger konnten sich einen Teil ihrer Rente auszahlen lassen, um es selbst auf eine andere Weise anzulegen. Dabei wurden innerhalb kürzester Zeit 1,3 Milliarden Euro abgezogen, von denen weitaus weniger wieder anders angelegt wurden, als gedacht. Denn kurz nach den Auszahlungen im Herbst 2021 stieg die Nachfrage unter anderem für Autos und Urlaubsreisen sprunghaft an. Dazu sagte Politiker Helir-Valdor Seeder, der die Reform unterstützt hatte: „Es gibt Leute, die ihr Geld weder anlegen, noch verantwortlich damit umgehen. Sie geben es für Reisen aus oder versaufen es.“ Damit hat sich durch das irrationale Verhalten der estnischen Bürger die Rentensituation nicht verbessert, sondern verschlechtert und zahlreiche Experten warnen nun vor Altersarmut in Estland. (Quelle: tagesschau.de)„Man muss das Geld heiß lieben und kalt behandeln.“ – André Kostolany in seinem Buch *„Die Kunst über Geld nachzudenken“

Dividenden-Aktien: Die beste Lösung gegen irrationales Anlegerverhalten?

Meiner Meinung nach sind Dividenden-Aktien aus vielerlei Gründen die beste Lösung, um irrationales Verhalten als Anleger zu vermeiden. Denn Dividenden schwanken deutlich weniger als Kurse, sodass Anleger das Gefühl von Verlässlichkeit bekommen und in Bärenmärkten nicht nur fallende Kurse sehen. Natürlich können Ausschüttungen durch Dividendenkürzungen oder -Streichungen, wie im Jahr 2020, auch fallen. Doch bei einem diversifizierten Portfolio sind diese nicht mit den Schwankungen von Kursen vergleichbar. Daher verkaufen viele Dividenden-Investoren ihre Aktien nicht, weil sie regelmäßig Dividendeneingänge sehen können. So scheinen Dividenden die Menschen also davon abzuhalten, in schlechten Marktphasen zu verkaufen. Regelmäßige Erträge sind also nicht nur gut für das Konto, sondern vor allem gut für den Kopf.

Fazit: Dividendenwerte sind ein Schutz vor der Irrationalität des Menschen

Der Faktor der Emotionalität hat im Umgang mit Geld also eine ganz entscheiden Rolle. Gerade Anlegen, die es in Bärenmärkten nicht schaffen, ihre Werte zu halten, können Dividendentitel helfen. Denn sie helfen einem dabei, auch in schlechten Marktphasen positive Nachrichten aus dem Depot in Form von Dividendenerträgen zu erhalten. Diese schwanken meist nicht annähernd so stark wie die Kurse und motivieren durch Steigerungen ebenfalls enorm. Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass Dividendenwerte dafür sorgen, dass Anleger langfristig investiert bleiben und in Zeiten sinkender Kurse nicht direkt ans Verkaufen denken. Abgesehen von der reinen Kurs-Performance sorgen die regelmäßigen Ausschüttungen von Dividendentiteln vor allem durch psychologische Faktoren für eine höhere Rendite. Damit sind Dividenden deutlich mehr wert als das, was sich in reinen Zahlen auf dem Papier bemessen lässt!

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