Entsparen? Ohne mich!

Entsparen? Ohne mich!

Immer wieder werde ich gefragt, wie ich zum Thema Entsparen stehe und wie mein Auszahlungsplan später einmal aussehen soll. Dazu habe ich allerdings eine wohl eher unpopuläre Meinung, die ich in diesem kurzen Artikel einmal etwas genauer erklären möchte. Denn grundsätzlich ist Entsparen während der Rente eine super Sache; doch, wenn man – wie ich – die finanzielle Freizeit anstrebt, ist das Entsparen keine gute Idee. Diese Überzeugung basiert auf der fundamentalen Erkenntnis, dass Investitionen in Aktien und/oder ETFs aus Gründen der Altersvorsorge etwas anderes ist, als das Investieren mit dem Ziel der finanziellen Freiheit. – Mehr dazu erfährst du in den folgenden Absätzen!

Wo liegt der Unterschied zwischen dem Investieren für die finanzielle Freiheit und dem Investieren zur Altersvorsorge?

Der größte Unterschied zwischen diesen beiden Strategien, oder besser Gründen fürs Investieren liegt darin, wann man sein Ziel erreicht haben will und folglich auch, welche Beträge man dafür benötigt. Wenn du beispielsweise monatlich 300 € über einen Sparplan investierst und dies 30 Jahre lang machst, ist das optimal zur Altersvorsorge. Doch wenn du die finanzielle Freiheit anstrebst, reicht das eben bei Weitem nicht aus.

So möchte ich die finanzielle Freiheit nicht mit 60 oder 70 erreichen, sondern schon deutlich früher von meinen Erträgen leben können. Aus diesem Grund benötige ich logischerweise auch einen viel größeren Kapitalstock und muss monatlich deutlich mehr investieren, um mein Ziel der finanziellen Freiheit zu erreichen.

Doch was hat das jetzt genau mit dem Entsparen zu tun?

Die meisten Menschen, die ich kenne, etwas jünger sind und bereits von den Erträgen ihres Vermögens leben können, haben ihr Geld in Werten, die regelmäßige Dividenden zahlen und/oder in Immobilien, die regelmäßige Mieteinnahmen abwerfen (sowie ggf. noch außerbörsliche Firmenbeteiligungen oder Ähnliches). Doch nur die Allerwenigsten von diesen Menschen verkaufen regelmäßig Anteile ihrer Aktien oder ETFs, um von diesen leben zu können. Sie verkaufen auch nicht die Häuser, die ihnen gehören, sondern sie leben von einem Teil der Mieterträge.

Denn gerade in der aktuellen Zeit sieht man wieder einmal gut, dass Aktien zwar langfristig einen hervorragenden Inflationsschutz darstellen, dies kurzfristig allerdings ganz anders aussehen kann. Beispielhafte Entnahmepläne, wie der unten dargestellte Auszahlungsplan, sehen in der Theorie häufig schön und plausibel aus. In diesem Beispiel wird tatsächlich sogar neben dem Kapitalverzehr nach 20 und 25 Jahren auch der Kapitalerhalt dargestellt.

So sieht ein klassischer Auszahlungsplan aus, bei dem es grundsätzlich 2 Möglichkeiten gibt: Kapitalverzehr & Kapitalerhalt (Quelle: dws.de)
So sieht ein klassischer Auszahlungsplan aus, bei dem es grundsätzlich 2 Möglichkeiten gibt: Kapitalverzehr & Kapitalerhalt (Quelle: dws.de)

Dieser Kapitalerhalt klingt jedoch nur in der Theorie so einfach und kalkulierbar, während es in der Realität meist anders aussieht. Selbst wenn man wie in diesem Beispiel die 397€ monatlich entnimmt und das Kapital auf dem Papier möglicherweise nicht sinkt, sorgt die Inflation für ein langsames aber sicheres Aufzehren des Kapitals. Das betont auch Gerd Kommer (Autor von Bestsellern wie *„Souverän investieren mit Indexfonds & ETFs“, *„Souverän investieren vor und im Ruhestand“ und vielen weiteren Büchern) in einem Artikel auf seinem Blog. Darin stellt er klar, dass rationale Anleger, die im Alter entsparen wollen, die Möglichkeit eines anfänglichen oder langfristigen Kapitalverzehrs akzeptieren müssen.

Somit beschreibt Gerd Kommer, dass die Vermeidung eines Kapitalverzehrs mit den gängigen Entnahmestrategien, also über den Verkauf von Anteilen, im Grunde gar nicht möglich ist bzw. das Umschichten in risikolosere Anteile keine Lösung ist: „Bei Investments, die keinen Cash-Flow erzeugen, endet die kein-Kapital-verzehren-Vorstellung von Vornherein im Sachlogik-Nirwana.

Einsteiger-Depot

Wie genau sieht nun meine persönliche Strategie aus?

Ich persönlich verfolge also nicht die 4-Prozent-Regel, nach der ich jährlich 4 % meines investierten Vermögens entnehmen bzw. verkaufen könnte, ohne dass sich der Kapitalstock (in der Theorie) reduziert. Anstelle dessen setze ich direkt auf Dividendenwerte, die jährlich bestenfalls um die 2 % an Dividenden ausschütten. Somit sollen pro 10.000€, die ich investiere, rund 200€ im Folgejahr an Dividenden kommen. Zudem setze ich auf das Dividendenwachstum, sodass die Höhe der Dividendenerträge in den darauffolgenden Jahren schrittweise immer weiter steigt.

Demzufolge gibt es bei mir keinen Zeitpunkt, zu dem ich meine Aktien verkaufe, da diese idealerweise größtenteils ein Leben lang Dividenden ausschütten werden. Allerdings gibt es vermutlich irgendwann einen Zeitpunkt, zu welchem ich aufhören könnte, monatlich in mein Depot einzuzahlen. Allerdings bin ich von diesem Zeitpunkt aktuell, mit einem investierten Vermögen von etwas mehr 300.000€, noch meilenweit entfernt. Denn in diesem Jahr erhalte ich voraussichtlich etwa 6.000€ an Dividendenerträgen, die jedoch für die finanzielle Freiheit noch lange nicht ausreichen.

Ein Überblick über die Entwicklung meiner Dividendenerträge von 2018 bis 2021 bzw. 2022. (zu finden auf meinem Instagram-Account: @homooeconomicuss)
Ein Überblick über die Entwicklung meiner Dividendenerträge von 2018 bis 2021 bzw. 2022. (zu finden auf meinem Instagram-Account: @homooeconomicuss)

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