Der Bärenmarkt ist unsere Chance

Der Bärenmarkt ist unsere Chance

Der Bärenmarkt ist unsere Chance

Seit Anfang des Jahres befindet sich die Börse im Rückwärtsgang. Lieferengpässe, Ölpreisexplosion, Krieg, Inflation auf 40 Jahreshoch, Zinsanhebungen. Wer eine Nachrichtenseite öffnet wird von negativen Meldungen förmlich erschlagen. Es scheint sich langsam aber sicher Panik unter Aktionären breit zu machen. Dabei ist eine Krise für langfristige Investoren ein Segen. Ich möchte dir in diesem Beitrag einige meiner Gedanken mit an die Hand geben, die erklären, warum ich der Überzeugung bin: der Bärenmarkt ist unsere Chance. 

Medien sind ein Hebel deiner Gefühle

Betrachte ich die Kommentare unter meinen letzten Videos, fällt auf: mit der Ruhe ist es vorbei. Viele Aktionäre verkaufen. „Ich steige später wieder ein.“; „Bei der Nachrichtenlage kann es ja nur weiter in den Keller gehen.“; sind klassische Kommentare, die ich aktuell lese. Dabei übersehen wir was der Medienkonsum mit uns macht.

Nachrichten bei steigenden Kursen 

Es gibt zu jedem Zeitpunkt positive wie negative Schlagzeilen. In Zeiten steigender Aktienkurse werden händeringend Schlagzeilen gesucht, welche erklären warum die Börsen gerade mal wieder gestiegen sind. Es werden noch so banale News verbreitet, Hauptsache man findet eine Erklärung für die aktuelle Entwicklung. Über negative Entwicklungen wird wenig berichtet. 

Nachrichten bei fallenden Kursen

Bei sinkenden Aktienkursen verhält es sich andersrum. Positive Meldungen werden ignoriert und es werden Schlagzeilen transportiert, welche die sinkenden Kurse irgendwie erklären. Dabei sind Börsenkurse nur in den seltensten Fällen (kurzfristig) erklärbar. Die FED erhöht den Leitzins, die Börsenkurse springen 3% nach oben. Am nächsten Tag geht es 3% nach unten. Erklärung? Die Marktteilnehmer finden die Leitzinserhöhung doch nicht so gut. Wer kennt es nicht? Eine Nacht drüber schlafen und man findet die Entscheidung des Vortages vielleicht doch nicht mehr so klug. Klingt logisch oder?

Gefährlicher Hebel

Wir Menschen denken sehr kurzfristig (sonst würden wir nicht rauchen oder gar Unmengen Alkohol konsumieren). Wir glauben, dass eine aktuelle Entwicklung sich fortsetzen wird. Ein Beispiel: Die Renditen am Aktienmarkt waren in den letzten drei Jahren sehr gut. Daraufhin sind die Erwartungen der Aktionäre für die kommenden Jahre enorm gestiegen. Weil es drei Jahre mal gut lief, wird es auch ewig so weitergehen. Ich bin in dem Artikel „realistische Aktienrenditen“ auf dieses Problem eingegangen. 

Ich möchte Nachrichtenportale nicht an den Pranger stellen, sie publizieren was wir sehen und lesen wollen. Wenn die Börsenkurse steigen, werden wir mit Nachrichten versorgt, wie toll doch alles läuft. Wenn die Börsenkurse fallen, ist alles voll mit schlechten Nachrichten. Der Konsum von Nachrichten ist wie ein Hebel auf die aktuelle Gemütslage der meisten Privatanleger. 

Lösung

Es gibt eine einfache Lösung des Problems: eine News-Diät. Klingt banal, ist aber überaus hilfreich. 

So etwas gab es noch nie – wirklich?

Wie schnell wir doch vergessen. Ja, die aktuelle Situation ist definitiv außergewöhnlich. Aber gab es so etwas noch nie? Betrachten wir nur einmal die letzten 23 Jahre.

Ende der 90er Jahre – Die Dotcom Blase

Von 1995 – 2000 stieg der Nasdaq100 um 900%. Ich war damals selber noch nicht aktiv, kenne die Zeit nur aus Erzählungen und Büchern. Euphorie ist wohl das richtige Wort. Buchstäblich jeder sprach über Aktien. Gewinne, Bewertungen, alles egal. Aktien sind langfristig doch schon immer die beste Anlageform gewesen. Jedes Jahr flossen mehr Gelder in Aktien. In den folgenden zwei Jahren verlor der Nasdaq 100 rund 80%. 

9/11 + Krieg im Nahen Osten

Der 11. September 2001 verändert die Welt. Mit der Operation „Enduring Freedom“ beginnt am 9. Oktober 2001 ein erneuter Krieg in Afghanistan. Im März 2003 folgt der Krieg der Amerikaner und einiger Verbündeter gegen den Irak.

Immobilienblase in den USA

Um die wirtschaftlichen Folgen des Platzens der DotCom Blase zu lindern, senkt die FED die Zinsen. Dazu die Auflagen der US Regierung Immobiliendarlehen auch an Personen zu vergeben, welche nicht kreditwürdig sind, lässt die Immobilienpreise in den USA explodieren. Da die Banken genau wissen wem sie da Kredite vermitteln, Stichwort NINJA Kredite (No Income, No Job, No Assets), bestehen sie darauf, diese Kredite nicht auf die eigene Bilanz nehmen zu müssen. Die Staatsbanken springen ein. Mit dem Staat dahinter verteilen die Ratingagenturen brav AAA Ratings und zack gehen die in Finanzprodukten verpackten Schrottkredite um die Welt. 

Die Blase platzt

Am 15. September 2008 meldet die Investmentbank Lehman Brothers Insolvenz an. Der S&P500 hatte zuvor bereits über 15% verloren. In den folgenden sechs Monaten brechen die Börsen weltweit um weitere 40% ein. Welche Bank hat wie viele Schrottkredite? Wer ist noch kreditwürdig? Jeder misstraut jedem. Finanzkrise. 

Heute hü, morgen hott

Am 11. März 2011 sterben über 22.000 Japaner in Folge eines Erdbebens. Der anschließende Tsunami beschädigt ein Kernkraftwerk an der Küste. In drei Blöcken kommt es zur Kernschmelze. Die Folge der Nuklearkatastrophe in Japan: ein Todesopfer durch Krebserkrankung infolge der Strahleneinwirkung. Im 9.000km entfernten Deutschland stehen wichtige Landtagswahlen an. Der frisch beschlossene Ausstieg aus dem Ausstieg der Kernenergie wird rückgängig gemacht. Dieser Beschluss wird die Bundesrepublik nachhaltig verändern. Und es wird teuer. Ein gutes Buch zu der Thematik: 

Eurokrise

Seit der Finanzkrise schwillt die Euro- oder besser gesagt die Staatsschuldenkrise in Europa. Bis am 26. Juli 2012 das Undenkbare passiert:

“Within our mandate, the ECB is ready to do whatever it takes to preserve the euro. And believe me, it will be enough.” Mario Draghi – Präsident Europäische Zentralbank

Entgegen aller geltenden Verträge wird die EZB die „geldpolitische Bazooka“ verwenden um den Euro-Währungsraum zu stabilisieren.

Russland und die Krim

Im Jahr 2014 annektiert Russland die ukrainische Halbinsel Krim. Westliche Sanktionen sind seit dem in Kraft. Aus G8 wird G7.

2016 verändert das Gesicht der Welt

Drei Ereignisse verändern den Lauf der Geschichte. Die Briten stimmen für den Austritt aus der Europäischen Union. Donald J. Trump wird der 45. Präsident der Vereinigten Staaten. Der neue Plan der KPCh beschreibt wie China in den kommenden Dekaden erst Europa überholen will und bis 2050 schließlich auch die USA technologisch wie militärisch hinter sich lassen will. Alle drei Ereignisse verändern die Machtverhältnisse auf der Erde maßgeblich.

Wirtschaftswachstum adios

Ende des Jahres 2018 häufen sich die Berichte, dass die Wirtschaft nicht nur an Dynamik verliert, nein es sogar zu einer Rezession kommen könnte. Die weltweiten Börsen brechen um 15% in drei Monaten ein. 2019 steigen sie um 25%. 

Corona

Weltweite Lockdowns. Maskenpflicht. Impfungen. Helikoptergeld. Börsenboom. Vor 2020 unvorstellbar. 

Und jetzt 2022 ist alles anders?

Das war nur ein kurzer Ausschnitt einiger weniger Ereignisse der letzten 23 Jahre. Die Welt ist nicht planbar. Es passieren ständig unvorhergesehene Dinge. 2019 hätte sich niemand vorstellen können was 2020 passieren wird. Niemals wird Donald J. Trump Präsident. Brexit? Ich bitte dich. 

Auch wenn Politiker und Intellektuelle (mit einem Hang zur Planwirtschaft, dem Sozialismus) uns gern glauben lassen wollen, dass alles planbar ist, vergiss es. Ist es nicht. Die Welt ist nicht planbar. Ganz im Gegenteil. Die Welt wird ständig von unvorhergesehen Ereignissen überrascht. Aber weißt du was das verrückte daran ist? Das ist nicht erst seit gestern so. Der Mensch ist ein überaus intelligentes Wesen. Auch wenn weltweit Lieferketten unterbrochen werden, schaffen es kluge Köpfe in kürzester Zeit neue Wege zu finden um Produkte herstellen zu können. In wenigen Monaten haben Wissenschaftler einen Impfstoff gegen das Corona Virus entwickelt. Ja, die Welt ist nicht planbar, gewöhnen wir uns daran. Aber die Schaffenskraft, die Intelligenz, das Streben nach Geld, welches in uns Menschen steckt, sorgt dafür, dass wir aus jeder Krise herauskommen und das meistens sogar gestärkt. Die weltweiten Aktienkurse mögen einbrechen. Vorübergehend. Kriege, Naturkatastrophen, Pandemien, Immobilienblasen, Schuldenkrisen, das alles gibt es in unserer Welt. Solange wir in einer Welt leben, in der freie Menschen Entscheidungen für sich selbst treffen können, in der Unternehmen auf dem freien Markt im Wettbewerb gegeneinander antreten, in der Regierungen für einen funktionierenden Rechtsstaat sorgen, solange wird sich die Wirtschaft, damit auch die Börsenkurse wieder erholen und langfristige Anleger belohnen. Heute ist nicht alles anders. Wir sollten nicht vergessen: Volatilität gehört zum Leben wie das Amen in der Kirche. 

Hast du ein Problem?

Auf einen letzten Punkt muss ich noch eingehen. Warum sollten sinkende Aktienkurse für dich ein Problem darstellen? Mir fallen da ehrlich gesagt nur zwei gute Gründe ein. 

  1. Du hast Aktien auf Kredit gekauft.
  2. Du lebst bereits vom Verkauf deiner Unternehmensanteile (oder bist kurz davor) und es ist eher knapp kalkuliert gewesen.

Wenn beide Punkte auf dich nicht zutreffen, dann ist ein Bärenmarkt vor allem eins für dich: eine Chance. Nicht ohne Grund liest man darüber in quasi jedem Börsenbuch: „Junge Anleger sollten auf die Knie gehen und um einen Börsencrash betteln.“ 

Persönliches Fazit

Ich habe die letzten Jahre sehr viel gearbeitet. Im Frühjahr 2020 sind meine Einnahmen katastrophal eingebrochen. Ich habe kalkuliert, dass mein Unternehmen ca. sechs Monate überleben kann, dann ist Schluss. Ich habe eine Investition von 10.000€ in Shell getätigt. (Zum Depotupdate vom März 2020) Das war die einzige für mich große Investition. Ich hatte schlicht und ergreifend nicht mehr Geld. Heute ist das anders. Ich habe das Gefühl, dass ich das erste Mal etwas mehr Geld zur Verfügung habe und wie das Schicksal es so will, geht es gerade jetzt an der Börse gen Süden. Panik? Ganz im Gegenteil. Ich habe mich die letzten Jahre vorbereitet: mehrere Einkommensströme, Notgroschen, Einkommen erhöht. Es soll jetzt gefälligst gar nicht wieder nach oben gehen. Mein Traumszenario: mein Einkommen bleibt über die kommenden Monate/Jahre relativ stabil und die Börse läuft tendenziell weiter gen Süden. Ein besseres Szenario für den langfristigen Vermögensaufbau an der Börse gibt es doch gar nicht. 
Und ich bin mir sicher, dass es vielen von euch auch so geht! Also lasst uns nicht in Panik verfallen. Wir haben uns auf diese Zeit vorbereitet! Der Bärenmarkt ist unsere Chance.

Buchempfehlung

Ich lese gerade das Buch „Reich werden und bleiben: Ihr Wegweiser zur finanziellen Freiheit.“ von Dr. Dr. Rainer Zitelmann. Kann ich sehr empfehlen. Es ist überraschend zu lesen wie viele Menschen in ihrem Leben Mal zu Geld kommen und umso überraschender wie viele davon es auch wieder verlieren. Welche Methoden langfristigen Wohlstand sichern bzw. wie die meisten Menschen zu Wohlstand kommen, erfährt man in diesem Buch. 

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